Schluckspecht Rheinhessiensis
Ganzjährig kann der aufmerksame Naturfreund den Schluckspecht (spechtus schluccus) Rheinhessiensis in der Region und auch in der Harxheimer Gemarkung beobachten.
Der Schluckspecht ist dämmerungsaktiv und äußerst schwarmbildend. In Gesellschaft kann er zuweilen sehr sangesfreudig sein, wenngleich die Melodien zu fortgeschrittener Abendstunde mitunter recht disharmonisch anmuten können.
Tagsüber ist der Schluckspecht durch sein excellentes Tarnvermögen kaum zu erkennen.
Ganz besonders ausgeprägt ist sein in der Ornitologie sehr untypisches Verhalten bezüglich seiner Aufenthaltsorte: Er lässt sich nicht nur in der freien Natur, sondern auch und vor allem innerhalb der Ortschaft antreffen. Augenzeugenberichten zufolge soll er sogar schon in geschlossenen Räumen beobachtet worden sein.
Der Schluckspecht gilt als recht standorttreu. Experten vermuten, dass er regelrecht Ängste verspürt, eine Gelegenheit zum schwarmbilden zu verpassen. Über kürzere Zeiten, vor allem in den Winter- und Sommermonaten, verlässt er jedoch sein Revier, um sich Schluckspechten in weiter entfernten Regionen temporär anzuschließen. Hierfür muss er teils sehr weite Entfernungen zurücklegen.
Gegenüber Schluckspechten aus anderen Regionen ist der Rheinhessiensis sehr aufgeschlossen.
In Freiheit erreicht er nicht selten eine Höhe zwischen 1,55 – 1,90, es wurden auch schon größere Exemplare gesichtet.
Wesentliche Merkmale:
- Gefieder: Gelblich bis Braun/Schwarz; im Alter auch gräulich
- Balzzeit: Ganzjährig
- Balzverhalten: Um die Gunst eines potentiellen Partners zu erringen, begehen sowohl Männchen als auch Weibchen ihr Schluckritual, was – je nach Intensität – nicht immer zum gewünschten Erfolg führt
- Brutverhalten: Hausbrüter
- Nestbau: Sowohl in größeren Kollektiven als auch in separat gelegenen Nestern, meist gut geschützt und kaum einsichtig
- Aufzucht: Nach dem Schlüpfen starten die Jungen ihre Nestflucht erst nach längerer Zeit
- Vorratshaltung: Es wurden schon Exemplare beobachtet, die eine ausgeprägte Vorratshaltung, meist in dunkleren, tiefergelegenen Räumlichkeiten gelegen, vornehmen.
- Gang: Kann mit zunehmender Dunkelheit leicht unrund anmuten
Im Rahmen größerer Schwarmbildungen in Harxheim mutet ihr kollektiver Gesang zuweilen sehr einträchtig an, für das menschliche Ohr etwa wie „dorschtisschlimmeralshaamweh“ – Wissenschaftler versuchen, die genaue Bedeutung dieses Gesangs zu entschlüsseln.
Quelle: FriedrWolf, Youtube: https://youtu.be/_EnQXkP_SHA
Der Rheinhesische Schluckspecht hat auch einen räumlich entfernten Verwandten, den Schluckspecht aus dem Odenwald (spechtus schluccus odenforrestis). Diesem wurde sogar ein eigenes Lied gewidmet.
Beide Spezies unterscheiden sich vor allem in der Auswahl der Flüssigkeitsaufnahme. Obschon sich bei dem Odenwälder Schluckspecht ein anderer Dialekt im Gezwitscher bemerkbar macht, scheint eine interkulturelle Verständigung beider Spezies durchaus möglich: Es wurden bereits Schwarbmbildungen mit durchmischten Gruppen beobachtet.
Quellenangaben:
Beobachtungen in den Gemarkungen
Quelle: FriedrWolf, Youtube: https://youtu.be/_EnQXkP_SHA