Harxheimer Anekdoten und Kurioses
Wie in vielen Ortschaften und kleinen Gemeinden haben sich auch in Harxheim Ereignisse zugetragen, die entweder damals schon zum Schmunzeln veranlassten oder auch aus heutiger Perspektive kurios wirken. Hier eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit …
Gänseverordnung Am 27. Oktober 1894 wurde vom Großherzoglichen Kreisamt Mainz folgende Verordnung erlassen: „§1. Wer an Sonn- und Feiertagen Gänse auf den Straßen und öffentlichen PLätzen der Gemeinde Harxheim herumlaufen lässt, verfällt in eine Geldstrafe von 10 Pfennig für jedes Stück.“ |
Training im Wasserhochbehälter
Der Hufschmied Meyer – damals wohnhaft in der Obergasse 10 – war aufgrund seiner handwerklichen Fähigkeiten von der Wasserversorgung beauftragt, die technische Ausstattung im Hochbehälter Harxheim zu kontrollieren. Man erzählt, dass Herr Meyer ein guter und leidenschaftlicher Schwimmer war und in der warmen Jahreszeit immer nach Nackenheim lief und am Rhein schwimmen ging. In der kalten Jahreszeit hat er angeblich seine Runden im Hochbehälter der Wasserversorgung geschwommen …
Waschritual
„Ei jetz hab ich jo es Gesicht gewäsche un die Händ‘ vergesse …“
Herr Hammen (seinerzeit der Schreiner im Ort)
Totengräber
Ignaz Abt (Vater vom langjährigen Harxheimer Feuerwehr Kommandanten Heinrich Abt) war der letzte Harxheimer Totengräber – ab dann verrichtete ein Ebersheimer die Tätigkeit in Harxheim.
Verlängerte Halbzeitpause
Georg Michel – Sohn von Michael Michel – hat in den 1950er Jahren als Spieler die Halbzeitpause genutzt, um zu Hause Kaffee zu trinken und mehrere Stücke Kuchen zu essen. Der Sportplatz war damals ca. 1,5 km von seinem Elternhaus entfernt. Als er etwas verspätet zur 2. Halbzeit eintraf und gefragt wurde, wo er denn gewesen sei, sagte er: „ei ich hatt so en Hunger und do war ich dehaam Kaffee trinke …“
Andere Zeiten, andere (Bank-) Gepflogenheiten
Das Ehepaar Susanna und Fritz Horz in der Gaustraße 7 betrieben in den 50er und 60er Jahren eine Tankstelle und beherbergten und besetzten eine Zweigstelle der Kreissparkasse. Der „Kassen- und Besprechungsraum“ der Sparkasse war anfänglich das Wohnzimmer des Ehepaares; Papiere der Bankkunden und Bargeld wurde im Wohnzimmerschrank deponiert. Ende der 60er Jahre wurde dann ein Kassenraum mit Tresen und Panzerglas eingerichtet. Eines Tages wurde ich ( Klaus-Werner Fritzsch, d. Red.) als 6-jähriger von meiner Mutter mit einem Überweisungsbeleg zur Sparkasse geschickt – „ich müsse nur den Beleg abgeben…“ Leider vergaß meine Mutter, den Beleg zu unterschreiben und Frau Horz forderte mich auf dies zu tun. Ob dies dann rechtskräftig gewesen wäre ? – aber es kommt noch besser…. Völlig verunsichert lief ich unter Tränen, ohne zu unterschreiben nach Hause. Einen Tag später brachte uns Frau Horz den Durchschlag des Beleges – unterschrieben mit unserem Namen – zu uns nach Hause. Frau Horz hatte einfach mit Fritzsch selbst unterschrieben – kurze Dienstwege eben …
PKW als Einsatzfahrzeug
Johann Fritzsch hatte eines der ersten Autos im Ort: einen Opel Olympia und bekam eine Vorrichtung angebaut, um den TSA bei Feuerwehreinsätzen zu ziehen.
Aufbegehren
Die heutige Birkenstraße hieß früher offiziell Schiefer Weg. Die Straße sollte dann in Zwerggasse umbenannt werden, wogegen sich einige Anwohner so massiv wehrten, dass die Straße letztendlich ihren heutigen Namen Birkenstraße erhalten hat.
Quellenangaben:
Familie Fritzsch